Vermögensübersicht erstellen: Was gehört hinein?
Eine strukturierte Übersicht über Konten, Versicherungen und Verträge erleichtert Angehörigen die Orientierung — ganz ohne Bewertung oder Anlageberatung.
- Veröffentlicht
- 25.07.2026
- Redaktion
- VorsorgeTresor-Redaktion
- Lesezeit
- 2 Min.
Zum Einordnen
Eine Vermögensübersicht ist keine Bewertung Ihres Vermögens und keine Finanzplanung — sie ist schlicht eine strukturierte Liste, welche Konten, Versicherungen und Verträge überhaupt bestehen. Genau das fehlt Angehörigen im Ernstfall oft am meisten.
Keine Vermögensverwaltung, keine Anlageberatung
Dieser Artikel und eine entsprechende Übersicht dienen der reinen Dokumentation. Sie ersetzen keine Vermögensverwaltung, keine Anlageberatung und keine automatische Bewertung von Vermögenswerten.
Warum eine Übersicht wichtiger ist als der genaue Wert
Angehörige stehen im Ernstfall selten vor der Frage "Wie viel ist das wert?" — sondern vor der Frage "Was gibt es überhaupt, und bei wem?". Eine Bank, eine Versicherung oder ein Vertrag, von deren Existenz niemand weiss, wird leicht übersehen. Der genaue Kontostand ist dabei zweitrangig; entscheidend ist die Auffindbarkeit.
Was in eine Vermögensübersicht gehört
- Bankverbindungen (Bank, Kontoart, grob: laufendes Konto oder Sparkonto)
- Vorsorgekonten (Säule 3a, Freizügigkeitskonten)
- Wertschriftendepots, ohne Bewertung der einzelnen Positionen
- Versicherungen (Lebens-, Hausrat-, Gebäude-, Rechtsschutzversicherung)
- Immobilien und wichtige Grundstücke
- Laufende Verträge mit finanzieller Relevanz (Hypothek, Leasing, grössere Abonnements)
- Schulden und offene Verpflichtungen
Was bewusst nicht hineingehört
- Exakte, sich ständig ändernde Kontostände
- Bewertungen von Liegenschaften oder Wertschriften
- Passwörter oder Zugangsdaten zu Online-Banking (siehe digitaler Nachlass)
- Anlageempfehlungen oder Einschätzungen zu einzelnen Produkten
Struktur statt Vollständigkeit um jeden Preis
Eine Vermögensübersicht muss nicht jede Kleinigkeit erfassen. Sinnvoller als Vollständigkeit ist eine klare Struktur, die regelmässig aktualisiert wird:
Grobe Kategorien bilden
Bank, Vorsorge, Versicherungen, Immobilien, Verträge — als feste Struktur.
Institution statt Detail erfassen
Bei welcher Bank, bei welcher Versicherung — nicht jede Vertragsklausel.
Regelmässig aktualisieren
Eine grobe jährliche Überprüfung reicht meist aus, um relevante Änderungen abzubilden.
Ort der Originalunterlagen vermerken
Wo die eigentlichen Verträge und Policen liegen, nicht nur die Übersicht selbst.
Ergänzung zum Testament, kein Ersatz
Eine Vermögensübersicht beschreibt, was vorhanden ist. Wie es im Todesfall verteilt wird, regelt das Testament beziehungsweise die gesetzliche Erbfolge — die Übersicht selbst hat keine rechtliche Verfügungswirkung.
Weiterführend
Digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen oder Online-Depots werden im Artikel zum digitalen Nachlass ergänzend behandelt.